Könnte das die Lösung für den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sein? Wahrscheinlich eher nicht. Auch wenn dieser Tage der SVTL daran erinnerte, dass es schon mal eine Ära gab, in der humanoide Gestalten aus Scharnieren, Bolzen, Blech und Nieten eine grössere Rolle spielten. Replik auf ein kontrovers diskutiertes Thema.
Tatsächlich geht die Suche nach Human Resources und Gründen für das Fehlen von qualifizierten Kräften mit teils schwierigen Begleitumständen einher. Möglicherweise ein Grund, sich per Algorithmen und Ein- und Aus-Schalter einfacher handzuhabenden «Protagonisten», also Maschinenwesen zuzuwenden. Künstliche Intelligenz erleichtert inzwischen den Geradeaus-Lauf und die Einbindung in wiederkehrende Tätigkeiten. «Humanoide» können Assistenzfunktionen ausüben, schwere Arbeiten verrichten, Lasten heben und Handreichungen vollziehen.
Wiederkehrende Tätigkeiten
Die Frage ist, ob sie dabei menschenähnlich, wie ein Hund oder eine Ameise aussehen müssen, statt einfach nur – bitteschön – ihr «Ding» zu machen und ihre Aufgabe zu erledigen. Unterdessen geht es beim Menschen selbst oft weniger um die reine Arbeit, als um schwierige Begleitumstände und komplexe Hierarchien, die in manch Chefetagen die Arbeit erschweren.
P.Herzog
Patricia Herzog, Unternehmensberaterin im Personal-Management und Buchautorin, bleibt dabei, dass mit etwa 70 % doch ein sehr hoher Anteil des Mitarbeiter-Engagements in Unternehmen jeglicher Art von den jeweiligen «Chefs» abhänge. Immerhin sieht Mara Hausamman, Employer Branding Spezialistin, in Form der «Sozialen Medien» moderne Möglichkeiten, für die Logistik zu werben.
«Nicht zwingend menschenähnlich»
Manuel Wehner vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML setzt bei einem Air Cargo-Testfeld in München auf Segway-ähnliche Robots mit Greifarm, den sogenannten «evoBot», die am Flughafen wertvolle Arbeit beim Be- und Entladen von Flugzeugen leisten.

«Aber die Geräte müssen nicht zwingend wie ein Mensch, ein Hund oder eine Ameise aussehen, um ihren Job zu erledigen». Besonders gern zeigt er ein Foto, das – ein wenig KI-unterfüttert - zuhauf Schäden an demolierten Jets belegen soll, die von Menschen bei Verladearbeiten auf dem Vorfeld in Höhe von etwa 1,6 Mrd. Euro Jahr für Jahr allein in Europa angerichtet werden.
Noch viel Spielraum
Noch viel Spielraum also für Mensch und Robot, Einiges besser zu machen. Wehner: «Da haben wir noch eine Menge Forschungsarbeit zu leisten!»
Serge Frech, Geschäftsführer des Ausbildungsverbandes Swiss Logistics by ASFL SVBL glaubt nicht, dass junge Leute den Spass, das Interesse an der Logistik und sogar ihren Arbeitsplatz an humanoide Roboter verlieren könnten. Der Mensch sei anpassungsfähig, und die Gesellschaft von einer gut funktionierenden Logistik abhängig. Für den Ausbildungsverband sei wichtig, dass die Lernenden nicht nur Wissen und Fähigkeiten erlernen, sondern handlungskompetent sind und mit der Technik umgehen können. «Die Technologie soll kein Ersatz, sondern Hilfsmittel für den Menschen sein».




















